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Um die konkrete Form und das Aussehen der Architekturelemente zu beschreiben, werden die sogenannten Stile benötigt. Die Bezeichnung erfolgt ganz bewußt in Anlehnung an den Begriff des Baustils. So wie gotische Bauwerke an den typischen Spitzbogenfenstern erkennbar sind, und romanische Bauwerke an den Rundbogenfenstern, hat jeder historische oder regionale Baustil seine individuelle Formensprache. Die ArchiXML-Stile greifen dieses Konzept auf und beruhen auf der Beschreibung von Gemeinsamkeiten und möglicher Variationen. Eine Kombination verschiedener Stile und die Verwendung mit einer beliebigen Anzahl von Gebäuden ermöglich eine effektive Modellierung großer und detailreicher Stadtlandschaften.
Bestimmte Ausprägungen der einzelnen Bau- und Gliederungselementen, wie Größenangaben, Materialien oder Profile, werden innerhalb der Gebäudebeschreibungssprache zu Stilbeschreibungen zusammengefaßt. Diese sind untereinander beliebig kombinierbar, beispielsweise ergibt die Kombination der Stilbeschreibungen für „Spitzbogenfenster“, „Treppengiebel“ und „Ziegelmauerwerk“ die allgemeingültige Beschreibung für ein Gebäude der "Norddeutschen Backsteingotik". Dieses Konzept entspricht dem weit verbreiteten Ansatz der Cascading Style Sheets (CSS) für die Textauszeichnungssprache HTML.
Da die Stile von dem konkreten Aufbau eines Einzelgebäudes völlig unabhängig sind, können sie einer beliebigen Anzahl von Gebäuden zugewiesen werden. Dadurch entstehen realistische und glaubwürdige Gebäudemodelle, die nachträglich zu jedem Zeitpunkt bearbeitet und verfeinert werden können. Umgekehrt ist es sehr unproblematisch, eine Stildefinition von einem konkret modellieren Einzelgebäude abzuleiten bzw. zu extrahieren, um neue Vartiationen zu erstellen. Verwaltet werden die Stile in Stilbibliotheken, die kommerziell erworben oder selbst erstellt werden können.
Die Zuweisung der Stile erfolgt nach Regeln, die sich aus dem Aufbau von Architektur ableitet. So können Stile einzelnen Gebäudeteilen wie Fassaden, Dächern, Geschossen und Fensterachsen zugewiesen werden. Die Auswahl erfolgt über allgemeingültige Konzepte wie Symmetrie, Rhythmus, Ausrichtung und Proportionen. Diese Merkmale entsprechen den Regeln, nach denen Architektur zu allen Zeiten und in allen Kulturen gestaltet wurde. Im Rahmen der Architekturbeschreibungssprache schaffen die Stilzuweisungen die Grundlage dafür, daß die Stildefinitionen nicht nur auf ein konkretes Einzelgebäude, sondern auch auf Gebäude mit einem beliebigen Grundriß anwendbar sind.
Eine romanische Kirche. Bauelemente wie Rundbogenfriese und Rundbogenfenster sind typisch für die Romanik.
Ein Palas einer Burg im romanischen Stil mit den gleichen Bauelemente und einem anderen Gebäudeaufbau.